Umweltschutz Neuseeland

Umweltschutz Neuseeland2016-12-22T07:07:19+00:00

Umweltschutz in Neuseeland: Was steckt hinter dem Green Globe Label?

Green Globe ist eine international agierende Initiative, die Komunen, Unternehmen und Endverbraucher zum bewussten Umgang mit Umweltresourcen und zu umweltverträglicheren Handeln anregen will. Green Globe gibt es seit 13 Jahren und inzwischen in 52 Ländern. Interessant ist, dass es eine internationale Repräsentanz von Green Globe nur in 9 dieser Länder gibt, darunter die CO2-Emissionsstarken Länder wie China und Nordamerika. Aber auch in Neuseeland ist Green Globe offiziell vertreten.

Green Globe behauptet von sich, kein kaufbares Label zu sein, das Umweltsünder grün wäscht. Unternehmen, die keine umweltverträglichen Geschäftspraktiken adoptierten und ihre Kohlendioxidemissionen nicht kontinuierlich verringerten, haben – so Green Globe Sprecherin Sophie Rainford – keine Chance das grüne Label zu erhalten oder langfristig zu behalten. Die jährliche Bewertung der Abgaswerte und Abfallmengen soll sicherstellen, dass der Green-Globe-Anbieter sein Umweltbewusstsein ernst nimmt und kontinuierlich seinen umweltzerstörenden Einfluss verringert.

Die Green-Globe-Mitgliedschaft beginnt mit einer einjährigen Studie der eigenen Abgas – und Abfallwerte. Die hierfür einzureichenden Daten sind von Branche zu Branche unterschiedlich, so hat zum Beispiel ein Hotel andere Bewertungskriterien als ein Transportunternehmen. Nach der  mehrwöchigen Bestandsaufnahme erhält der Anwärter einen Bericht, in dem seine Daten gegen den regionalen Industriestandard und die in dieser Industrie bei den Abgaswerten führenden Unternehmen gemessen wird. Green Globe behält es sich vor, Anwärter aufgrund ihrer Daten nicht aufzunehmen oder – bei Nichterfüllung der Vorgaben – die Mitgliedschaft abzuerkennen. Green Globe arbeitet in Neuseeland mit seinen Partnern, Kuaka New Zealand und Reserve Group. Doug Farr von Kuaka New Zealand betont, wie wichtig es sei ein Unternehmen, dass industriebedingt hohe Emissionswerte hat, nicht von vorn herein vom Umweltschutz auszuschliessen. Schliesslich könne es einen gewaltigen Unterschied machen, wenn ein Unternehmen mit hohen Emissionswerten sich dazu entschliesst, diese verringern zu wollen.

Der Anwärter auf eine Green Globe Zertifizierung bekommt nach erfolgter und bestandener Bewertung die Auszeichnung „Benchmarked“, und hat 12 Monate Zeit, um seine Abgaswerte zu senken und einen detailierten Plan zu weiterem umweltbewussten Handeln für die nächsten Jahre vorzulegen. Gelingt ihm das in den nächsten 12 Monaten nicht ohne triftigen Grund, wird ihm das grüne Label entzogen. Werden die Abgaswerte jedoch erfolgreich gesenkt, bekommt der Anbieter nun den Status „Certified“. Von nun an muss er jedes Jahr seine Verantwortung für die Umwelt mit weiter sinkenden Zahlen oder zumindest stagnierenden Zahlen belegen, um das Label zu behalten. Ziel der Umweltinitiative sowie des Anbieters sollte es sein, die Emissionswerte und Abfallreduzierung auf ein optimales Level zu reduzieren. Nach fünf erfolgreichen Jahren mit dem Zertifikat erhält der Anbieter Green-Globe-Gold-Status.

Für Kritiker ist das Green-Globe-Label genau das, was Green Globe nicht sein möchte – ein Grünwascher. Was ist das für eine Auszeichnung, bei der das Ausmass der tatsächlichen Umweltverschmutzung des Anbieters keine Rolle spielt,  fagen sie.  Doch ganz so einfach ist es nicht, erklärt Sophie Rainford. Bereits nach 12 Monaten muss der Anbieter vorweisen können, zumindest die zugelassenen Höchstwerte beim Schadstoffausstoss nicht zu überschreiten. Das heisst bereits ab dem ersten Jahr müssen sich die Abgaswerte kontinuierlich verringern.

„Es liegt uns daran, eine ehrliche empfundene Umweltverantwortung bei unseren Mitgliedern dauerhaft zu wecken und zum Umdenken anzuregen. Gleichzeitig zeigen wir ihnen auf, wie sie umweltbewusster handeln können. Hierfür gibt es immer neue Möglichkeiten, denen sich die Unternehmen oft nicht bewusst sind.“ Die Green Globe Mitgliedschaft kostet ein Unternehmen mit maximal 9 Angestellten zum Beispiel NZ$750 im Jahr. Die Green Globe Mitgliedschaft ist ökonomisch sinnvoll und profitabel, betont Sophie Rainford. Mitgliedern werden Wege zur Kostensenkung aufgezeigt, wobei die Einsparungen zugunsten von umweltpolitischen Massnahmen reinvestiert werden können. Gleichzeitig erzielten Mitglieder durch das Green Globe Logo und Label einen Werbevorteil.

Umweltbewusste Neuseelandbesucher finden in der Textbox auf dieser Seite eine Liste von empfohlenen Green Globe Anbietern. Weitere Infos und eine ausführlichere Liste bietet die Green Globe NZ Webseite: http://www.greenglobenz.com/  Wer die Dienste dieser Anbieter in Anspruch nimmt, tut der Umwelt gut.