Pinguine und Albatrosse in Neuseeland

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Pinguine und Albatrosse in Neuseeland 2015-11-19T10:38:57+00:00

Artenschutz: Pinguin- und Albatrosse auf der Otago Halbinsel Neuseeland

Die Otago Peninsula ist berühmt für ihre Kolonie des Gelbaugenpinguins, dem seltensten Pinguin der Welt mit nur 20.000 überlebenden Exemplaren. Die Kolonie befindet sich auf privatem Farmland und kann nur mit einer geführten Tour besucht werden. Ausserdem sollten Besucher sich dessen bewusst sein, dass sie die seltenen Tiere in ihrem Lebensraum stören, wenn Ortsunkundige auf eigene Faust losziehen, um die befrackten Vögeln aufzuspüren.

Alle Wildlifetouranbieter auf der Otago Peninsula, wie etwa die Elm Wildlife Tour und das Pinguin Place, beteiligen sich massgeblich an den Artenschutzprogrammen. Ein Teil des Erlöses aus den geführten Wildlifetouren wird in das Schutzprogramm reinvestiert.

Die Anbieter auf der Otago Peninsuala sind sich einig, dass der Artenschutz bei steigenden Besucherzahlen oberstes Gebot sein müsse, so der Tenor der letzten Artenschutz-Konferenz in Dunedin. Die steigende Nachfrage nach hautnahen Wildlife-Erlebnissen führe in der Hochsaison (Dezember bis März) zu Engpässen. Anbieter berichten, dass sie je bis zu 100 Interessierte pro Tag abweisen müssten, um die Auswirkungen des Tourismus auf die Tiere zu limitieren und das Tier-Erlebnis für die Teilnehmer persönlich zu halten.

Das Pinguin-Place bietet Führungen tagsüber alle halbe Stunde und befindet sich etwa eine Fahrtstunde von Dunedin entfernt auf der Otago Peninsula Richtung Tairoa Head. Führungen finden auf privatem Farmland statt, wobei Besucher durch angelegte Tunnel zum Strand gelangen, um die Pinguine so wenig wie möglich zu stören. Dort sehen Besucher Pinguine, die aufgrund von Verletzungen tagsüber nicht die Kolonie verlassen. Die mehrfach preisgekrönte Elm Wildlife Tour findet täglich um etwa 14 Uhr statt und dauert etwa 6 Stunden. Teilnehmer werden von ihrer Unterkunft in Dunedin oder auf der Halbinsel im Kleinbus (maximal 10 Teilnehmer) abgeholt und nach Einbruch der Dunkelheit dorthin zurückgebracht. Teil der Tour ist der Besuch der Royal Albatross Kolonie am Tairoa Head, bevor sich die Gruppe zu einer kleinen Wanderung an den Strand begibt, wo Seelöwen und Robben aus unmittelbarer Nähe beobachtet werden können. Dann bezieht die Gruppe Schutz in einer Schutzhütte am Strand, um die aufregende Ankunft der Pinguine bei Einbruch der Dunkelheit mitzuverfolgen.

Im Februar diesen Jahres konnte die weltberühmte Albatrosskolonie am Tairoa Head ihr 500. Albatrossküken feiern: Tokoroa wurde der weisse Flauschbollen genannt. Tokoroa hat im August zusammen mit 22 anderen Albatrossküken die Kolonie nach dem Flüggewerden verlassen. Anhand eines neuen Transmitters wird es erstmals möglich sein, Tokoroas Reise auf den ersten 3 Jahren mitzuverfolgen. Königsalbatrosse kehren frühestens 4 Jahre nachdem sie das Nest verlassen haben zur Kolonie zurück. Sie verbringen die meiste Zeit dieser Jahre auf See und legen enorme Strecken zurück. Grosse Gefahr lauert für die Albatrosse auf See, wo Fischerboote mit Langleinen Millionen von Ködern auswerfen. Jährlich finden auf diese Weise Tausende von Albatrossen den Tod. Wer Tokoroas Abenteuer mitverfolgen will, kann dies online unter http://www.albatross.org.nz/  tun.

© Tina Hartung, 2011